Leiden Menschen in Corona Zeiten vermehrt an Depressionen?

Die Corona Krise hat Einfluss auf das Leben aller Menschen. Sorgen und Ängste in Bezug auf Covid 19 stellen eine große Herausforderung für uns alle dar. Ausgangsbeschränkungen und Social Distancing sind starke Einschränkungen der persönlichen Freiheiten und der psychischen Gesundheit, dazu kommen Angst, dass ich selber oder nahe Bezugspersonen an Covid 19 erkranken könnten, Arbeitsplatzverlust, finanzielle Sorgen, Zukunftsängste, Isolation und Einsamkeit.

Durch alle diese Herausforderungen steht unsere Psyche unter Dauerbelastung.

Die Donauuniversität Krems konnte in mehreren Untersuchungen zeigen, dass seit April letzten Jahres ca. 20% an depressiven Symptomen leiden. Im Vergleich dazu waren es vor der Corona Krise in etwa 5%.

Wie äußert sich eine Depression?

Es gibt nicht den oder die Depressive/n. Die Symptome sind sehr vielschichtig und können sich auf ganz unterschiedliche Arten zeigen.

Dazu gehören Niedergeschlagenheit und Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Energie- und Lustlosigkeit, Verlust an Motivation und Interessen, sozialer Rückzug, nahezu ständiges Grübeln bis hin zu Selbstmordgedanken. Aber es können auch körperliche Symptome, wie u.a. erhöhte Müdigkeit und Erschöpfung, Schlafstörungen, Veränderungen im Appetit oder innere Unruhe auftreten.

Auch sind die Anzeichen, wie sich eine Depression äußert, oft bei Männern anders als bei Frauen. Bei diesen zeigt sich eine Depression oft in Unzufriedenheit, erhöhter Gereiztheit, Wut- und Aggressionsausbrüchen oder übermäßigen Alkoholkonsum.

Was kann die Psyche unterstützen?

Es ist wichtig, immer wieder auf das Positive zu fokussieren. Auf das, was trotz Einschränkungen möglich ist.

Bewegung ist hier ein sehr wichtiger Punkt. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass sich Bewegung sehr positiv auf unsere Psyche auswirkt. Und auch, wenn momentan Sportstätten geschlossen haben, können wir uns an der frischen Luft oder auch zu Hause ausreichend bewegen.

Ich kann meine sozialen Kontakte in der momentanen Situation über Telefon und Videochats pflegen, denn Verbundenheit mit Familien und Freunden gibt Halt.

Und auch, wenn momentan kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse nicht stattfinden können, hilft mir die Vorfreude auf kommende Events, denn die jetzige Situation wird vorübergehen.

Wenn aber die Belastungen und Probleme zu groß werden, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Ein Gespräch in vertrautem Rahmen kann unterstützen und entlasten.

 

Der Verein vitamin R – Zentrum für Familie, Soziales und Gesundheit ist Träger einer vom Bund geförderten Familien-, Rechts- und Schwangerenberatungsstelle. Ein multiprofessionelles Team steht für schwierige Lebenssituationen zur Seite und begleitet durch schwierige Zeiten. Die Beratungen sind kostenlos und anonym möglich und alle Gespräche unterliegen der Verschwiegenheit.

Vitamin R – Zentrum für Familie, Soziales und Gesundheit

Neue Heimat 24, 9545 Radenthein

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Autorin: Mag.a Katharina Steiner-Dorfer (Klinische- und Gesundheitspsychologin, Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie)