Wer kümmert sich um die Kümmerer?

Wer kümmert sich um die Kümmerer?

Wer kümmert sich um die Kümmerer?

 

Im ganzen Land finden sich zahlreiche Initiativen, Vereine und Organisationen, die sich im Sozial- und Gesundheitsbereich engagieren. Gut ausgebildete Fachkräfte, Ehrenamtliche, Geschäftsführende und Vorstände engagieren sich für das Gemeinwohl. Sie arbeiten in städtischen und ländlichen Regionen und nehmen die Lebensrealitäten von Menschen wahr. Sie kennen die Nöte und den Unterstützungsbedarf vor Ort, sie sind in Krisensituationen erste Anlaufstellen und begleiten Menschen, die ihnen vertrauen. Sie bauen Beziehungen auf, flechten Netzwerke und schaffen Sozialkapital. Mit viel Engagement, Herz und Verstand setzen sie sich täglich für eine Verbesserung der Lebenssituation von Kindern und ihren Familien, von Menschen in schwierigen Lebenssituationen bis hin zu pflegebedürftigen Menschen im hohen Alter ein.

Anzunehmen wäre, dass dieses Engagement von der Politik geschätzt wird, eine gute Kommunikation zwischen den Kümmerern und den politischen Verantwortungsträgern besteht, Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, die dem Bedarf entsprechen und eine Absicherung der Einrichtungen gewährleistet ist. Leider falsch gedacht: die Kümmerer vor Ort erfüllen viele Gesetzesaufträge, werden aber von politisch Verantwortlichen zu Bittstellern gemacht und arbeiten meist unter schwierigen Rahmenbedingungen, die eigentlich fahrlässig sind. Jährliche Förderanträge mit der Ungewissheit wann und ob und in welcher Höhe eine Förderzusage erfolgen wird. Keine längerfristigen Verträge, die die Einrichtungen und damit wertvolle und qualifizierte Arbeitsplätze absichern und keine Anpassung an die jährlichen Gehaltserhöhungen und Indexsteigerungen. Wahljahre bei Land und Bund bedeuten noch größere Unsicherheiten bis zur Bildung neuer Regierungsteams, neuer Personen mit anderen Schwerpunkten, neue Förderanträge, Kürzungen oder gänzliche Streichungen vorheriger Förderschienen uvm.

Förderhöhen, die nicht jährlich an die steigenden Personal- und Sachkosten angepasst werden sind Kürzungen und Kürzungen oder Streichungen der Ressourcen dieser Sozial- und Gesundheitseinrichtungen hat immer eine direkt negative Auswirkung auf die Lebenssituation von hilfesuchenden Menschen, Familien in Krisensituationen uvm.

Daher mein eindringlicher Appell an die politischen EntscheidungsträgerInnen: Kümmert Euch bitte um die Kümmerer im Land, sonst verkümmern sie und der gesellschaftliche Frieden, das Gemeinwohl und das Soziale Kapital sind gefährdet!

 

Mag.a Elisabeth Tropper-Kranz

Geschäftsführerin Verein vitamin R – Zentrum für Familie, Soziales und Gesundheit in Radenthein

(erschienen in der Kleinen Zeitung am 25.02.2019)